Zuckersucht

Drei wiederverschließbare Drahtbügelgläser gefüllt mit unterschiedlichen Süßigkeiten.

Zuckersucht kann jeden treffen und gehört deshalb höchstwahrscheinlich zu den verbreiteten Süchten in Deutschland. Der tägliche Verzehr von Zucker in Form von Saccharose, Glucose, Fructose oder Maltose in Form von Süßigkeiten, Fertiggerichten, Soßen, Desserts, Kuchen oder zuckerhaltigen Getränken wie Cola, Sprite, Energy-Drinks macht Menschen krank. Übergewicht oder häufiger Karies sind dabei nur der Anfang, denn obwohl Zucker keine offizielle Droge ist, schadet er den Organen des Körpers.

Der Spiegel enthüllte im Rahmen seiner Titelgeschichte „Süßes Gift“ zum Thema Zucker im April 2018, dass die Nahrungsmittelindustrie bei drei von vier Produkten Zucker zusetzt und uns so auf „süß“ konditioniert. Schlussendlich heißt das, dass 75 Prozent aller Produkte, die wir tagtäglich im Lebensmittelhandel kaufen, süßer sind als sie sein müssten.

Die Nahrungsmittelindustrie versucht demnach bewusst eine Zuckersucht herbeizuführen, damit man automatisch mehr Heißhunger auf zuckerhaltige Lebensmittel hat.

Was sind die Folgen der Zuckersucht? 

  • Zucker macht extrem und schnell abhängig: Im Schnitt nehmen wir täglich rein rechnerisch ca. 17 (!) Teelöffel Zucker direkt oder indirekt zu uns. Somit essen wir Deutschen laut einer EU-Statistik 32 Kilo Zucker pro Jahr.
  • Zucker ist pure Energie: Wir nehmen demnach viel zu viel Energie auf, die wir nicht verbrennen, da wir uns bei so einer erhöhten Zuckerzunahme nicht genug bewegen bzw. bewegen können.
  • Zucker zerstört die Darmflora: Dadurch wird das Immunsystem der Darmflora teilweise so geschwächt, dass wir für Krankheiten aller Art anfälliger sind.
  • Zucker aktiviert das Belohnungssytem im Gehirn: Durch den Zucker werden bestimmte Botenstoffe im Gehirn freigesetzt, die für das Wohlbefinden sorgen. Somit kann eine Zuckersucht nicht nur hyperaktiv, sondern auch depressiv machen.
  • Zucker ruiniert die Zähne: Zucker verursacht Karies – Werden die Zähne nicht regelmäßig und gründlich geputzt, hat die Plaque (der durch Zucker verursachte Belag auf den Zähnen) ausreichend Zeit, Säuren zu bilden, die wiederum die Zahnhartsubstanzoberfläche demineralisieren – Karies entsteht.
  • Zucker macht dick: Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke haben viele Kalorien und machen dadurch bei fehlender Anpassung der restlichen Ernährung dick.
  • Zucker kann Angstzustände auslösen und zu Schlafstörungen führen.
  • Zucker kann tödlich sein: Zucker fördert die Entstehung von Herzerkrankungen, Diabetes Typ 2 und Krebs.

Selbsttest – Leidet man unter Zuckersucht?

Um selbst herauszufinden ob man unter Zuckersucht leidet, sollte man sich einmal folgende Fragen stellen:

Zuckerwürfel-Haufen

  • Esse ich mehrmals in der Woche Süßigkeiten oder trinke ich zuckerhaltige Getränke?
  • Neige ich beim Mittagessen zu Desserts oder zuckerhaltigen Getränken?
  • Nutze ich beim Kochen / Backen Zucker obwohl dieser gar nicht benötigt wird?
  • Neige ich dazu manchmal heimlich Schokolade oder andere Süßigkeiten zu essen?
  • Esse ich Süßes oder trinke ich zuckerhaltige Getränke um mich zu belohnen?
  • Komm es vor, dass ich aufgrund von Langeweile oder Stress Süßes esse?
  • Werde ich launisch, wenn ich längere Zeit keinen Zucker zu mir genommen habe?
  • Drehen sich meine Gedanken regelmäßig um Süßigkeiten / zuckerhaltige Getränke?
  • Habe ich häufig Heißhungerattacken und unkontrollierte Fressanfälle?

Wenn man lediglich eine Frage oder gar keine Frage mit „Ja“ beantworten kann, dann braucht man sich keine Sorgen machen. Hat man jedoch mehr als fünf Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist man höchstwahrscheinlich zuckersüchtig. Demnach sollte man seiner eigenen Gesundheit zuliebe seine Ernährung umstellen. Die ersten sieben Tipps um der Zuckersucht zu entkommen, findet man bereits bei uns auf der Seite. Sollte man zwischen zwei und vier Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, ist man nicht direkt zuckersüchtig, jedoch sollte man das eigene Ess- und Trinkverhalten kritisch hinterfragen, damit man schlussendlich weniger Zucker isst.

Wieviel Zucker sollte man täglich zu sich nehmen?

Laut einer EU-Statistik nehmen wir innerhalb von Europa jährlich durchschnittlich pro Kopf 35kg Zucker in Form von Saccharose, Glucose, Fructose oder Maltose zu uns. Das entspricht ca. 17 (!) Teelöffeln Zucker täglich.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Frauen pro Tag höchstens 25 Gramm (sechs Teelöffel) Zucker essen. Bei Männern sind es höchstens 30 Gramm (sieben Teelöffel pro Tag).

Wie viel Zucker wir tatsächlich jährlich oder täglich zu uns nehmen, zeigen die folgenden Statistiken. Auffällig ist dabei besonders, dass der Zuckerverbrauch in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Dies lässt sich nicht nur mit der unnötigen Zuckerzugabe der Lebensmittelindustrie erklären, sondern macht deutlich, dass immer mehr Menschen unter Zuckersucht leiden.

Zuckerverbrauch im Jahr (weltweit) 

Die Statistik zeigt wie sich der Zuckerkonsum weltweit in den Jahren 2011-2016 entwickelt hat. Erkennen kann man, dass sich der Zuckerkonsum in diesen Jahren immer deutlich erhöht hat. Im Jahr 2016/2017 wurden ca. 181 Millionen Tonnen Zucker verbraucht, 2010/2011 waren es dagegen „nur“ 163 Millionen Tonnen.

Zuckerverbrauch im Jahr (weltweit) im Verlauf 2011/11 bis 2016/17
Quelle: Statista 2017

Zuckerverbrauch pro Kopf im Jahr (Deutschland) 

Allein in Deutschland ist der Zuckerverbrauch in den letzten Jahrzehnten seit 1852 kontinuierlich gestiegen:

Zuckerverbrauch pro Kopf im Jahr (Deutschland) seit 1852

Der Ausstieg aus der Zuckersucht

Tipp 1 – Keine zuckerhaltigen Getränke 

Am Besten streicht man gezuckerte Getränke wie Softdrinks, zuckerhaltige Tees und Säfte etc. komplett von seiner Getränkeliste. Wir empfehlen diese zuckerhaltigen Getränke mit verdünnten zuckerfreien Säften wie Direktsäfte oder selbstgepresste Säfte sowie mit selbst gemachten Limonaden (Mineralwasser z.B. mit Zitronensaft) zu ersetzen. Je nachdem wie viel Zucker man regelmäßig konsumiert hat, ist die zuckerfreie Zeit eine enorme Umstellung für den Körper. Deshalb sollte man unbedingt mehr als 1,5 Liter am Tag trinken. Im besten Fall sogar stilles Wasser, da dies den Magen nicht reizt. Wasser sorgt zudem dazu, dass der Appetit gestillt wird und die Wahrscheinlichkeit für eine Heißhunger-Attacke abnimmt.

Tipp 2 – Gesunder Zuckerersatz

Fällt es einem schwer komplett auf Zucker zu verzichten, empfehlen wir euch auf einen gesunden Zuckerersatz zurückzugreifen. Dabei könnt ihr zwischen verschieden Zucker Alternativen auswählen, wie zum Beispiel Stevia, Xylit oder Erythrit. Sogar  Agavendicksaft / -sirup, Ahornsirup, Kokosblütenzucker oder Honig sind besser als der isolierte weiße oder braune Haushaltszucker.

Tipp 3 – Blutzuckerspiegel konstant halten

Man sollte zudem darauf achten, dass der Blutzuckerspiegel konstant bleibt. Sollte der Blutzuckerspiegel zu hoch sein, liegt die Gefahr nahe, an Diabetes 2 zu erkranken. Man sollte deshalb mit einem nährstoffreichem Frühstück in den Tag starten, denn die Kohlenhydrate füllen den leeren Energiespeicher wieder auf. Wir empfehlen zudem, dass man zwischen den Mahlzeiten 3-4 Stunden Essenspausen einhält, damit die Bauchspeicheldrüse zur Ruhe kommen kann. Ein geregelter Tagesablauf mit geregelten Mahlzeiten sollen dabei helfen, dass keine Heißhunger-Attacken entstehen.

Tipp 4 – Nasche gesund

Man sollte grundsätzlich versuchen gesund zu naschen. In Bioläden, Reformhäuser oder auch in Online-Shops findet man ungezuckerte Süßigkeiten die man jederzeit ohne schlechtem Gewissen essen kann. Wir empfehlen zudem Trockenfrüchte, gemischte Nüsse oder eingelegte Gurken um sich den Abend vor dem Fernseher zu versüßen.

Tipp 5 – Versteckter Zucker – Achte auf die Inhaltsstoffe

Zucker versteckt sich, denn besonders die Lebensmittelhersteller nutzen in ihren Produkten oftmals Zucker, um die Sucht zu fördern. Man sollte deshalb beim Einkauf unbedingt die Etiketten von den Produkten lesen. Auch wenn man sich sicher ist, dass die ausgewählten Produkte keinen Zucker enthalten, sollte man unbedingt vorab das Etikett genausten lesen. Es sollten auch kein Fruchtzucker, kein Glucosesirup, kein Glucose-Fructose-Sirup sowie keine anderen industriell verarbeiteten Zuckerarten enthalten sein.

Tipp 6 – Schlafe genug

Wenn man zu wenig schäft, nimmt man nachweislich schneller zu. Der Energiemangel und das Bedürfnis, diesen auszugleichen, steigert das Verlangen nach Zucker. Aus diesem Grund sollte man jede Nacht mindestens 7-8 Stunden schlafen, damit dieser Energiemangel gar nicht erst entsteht. Man sollte zudem darauf achten, dass der Raum vollständig abgedunkelt ist und die Zufuhr von frischer Luft gewährleistet ist. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 14 bis 18 Grad.

Tipp 7 – Bewege dich ausreichend

Aktivität veranlasst bestimmte Botenstoffe im Gehirn dazu, Süchte und Gelüste einzudämmen. Zu dieser Erkenntnis sind Wissenschaftler der Universität von Exeter (Großbritannien) bekommen. Ein Spaziergang oder sogar Muskeltraining dämmen den Heißhunger und verringern die Lust nach Zucker. Muskeltraining erhöht sogar den Serotoninspiegel und senkt damit die Suchtneigung. Ein ausgeglichenes Sportprogramm sorgt demnach für einen aktiveren Stoffwechsel, der sich positiv auf die Energiebilanz des Körpers auswirkt.

Sogar ein täglicher flotter Spaziergang von 15 bis 30 Minuten kann die Sucht nach Zucker deutlich mindern.

Geheimtipp – Mundspülungen mit Xylit

Sollte man die Lust auf etwas Süßes verspüren, schafft eine Mundspülung mit Xylit Abhilfe. Demnach wird das Gehirn bewusst getäuscht, indem der Gaumen in dem Genuss von Süßem kommt, ohne dass der Körper durch Zucker belastet wird. Dabei sollte man darauf achten, dass das Xylit nach der Spülung wieder ausgespuckt wird und nicht geschluckt werden sollte. Zudem fördert das Xylit nachweislich die Mund- und Zahngesundheit.

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